Das Sternbild Orion

Mythologie

Uranometria_orion Linien Ak

Orion ist der griechischen Mythologie sowohl als wagemutiger Jäger und als auch als brennender Liebhaber bekannt. Er war der Sage nach der Sohn des Poseidon, des Gottes der Meere. Mit seiner großen Erscheinung und Kraft konnte Orion unglaubliche Heldentaten vollbringen. So befreite er einst die gesamte Insel Chios von den dort hausenden wilden Tieren. Doch wo viel Licht ist, da ist bekanntlich auch Schatten: Der heißblütige Jäger schien nämlich seine Triebe nicht im Griff zu haben. Als Orion für den König von Chios die gefährlichen Tiere erlegen sollte, entbrannte der große Held nicht nur in Tatendrang und Mut, sondern auch in einer sehr einseitigen Liebesbeziehung zu Merope, der Tochter des Königs. Orion bediente sich in seiner Werbung um die schöne Prinzessin offensichtlich auch der Gewalt. Der erzürnte König ließ darauf den ungestümen Jäger blenden. Doch durch die Strahlen der aufgehenden Sonne wurde Orion das Augenlicht zurückgegeben.
Orion fand alsbald auch seinen Weg an den gestirnten Himmel: Der heldenhafte Jäger verliebte sich einst in die Plejaden, die sieben Töchter des Atlas (Titanensohn) und der Okeanide Pleione. Eines Tages wollte Orion seine bis dahin heimlichen Gefühle nicht mehr verbergen und er begann den sieben Töchtern offen nachzustellen. Als der Göttervater Zeus dies nicht mehr mit ansehen konnte, setzte er die Plejaden und auch Orion als Sternenbilder an den Himmel, wo der übergroße Orion die vergleichsweise kleinen Plejaden noch heute verfolgt – jedoch niemals erreicht.

Astronomie

Orion ist ein außergewöhnlich helles Wintersternbild, das sich gleich aus mehreren blauen Riesensternen in etwa 1000 Lichtjahren Entfernung zusammensetzt. Markant ist neben dem hellsten Stern Rigel (β) besonders der Gürtel des Orion aus den drei Sternen Alnitak, Alnilam und Mintaka. Der gewaltigste Stern α, auch Beteigeuze genannt, ist jedoch ein pulsierender Roter Riese. Beteigeuze übertrifft den Durchmesser unserer Sonne um das 300-, bisweilen sogar um das 700fache. Die Ausmaße sind so gewaltig, dass in diesem Stern die komplette Erdbahn gleich mehrfach Platz hätte. Es ist abzusehen, dass diesem Riesenstern ein baldiges Ende als explodierende Supernova und dann als superdichter Neutronenstern bevorsteht.

Berühmt ist das Sternbild des Orion auch für eine besonders helle und ausgedehnte Wolke aus Gasen (v.a. Wasserstoff) und interstellarem Staub – den Großen Orionnebel. Dieser Nebelkomplex befindet sich in einer Entfernung von 1350 Lichtjahren und ist etwa 24 Lichtjahre groß. Wir können Teile davon bereits mit bloßem Auge im Schwert des Orion erkennen. Insbesondere im Kerngebiet entstehen dort, wo Wolkenteile langsam kollabieren, junge Sterne.

Orionnebel (M42/43) 14.11.2012 / Neuhütte (Spiegelau), TS 65mm-Apochromat f/6.5, Canon Eos 1000d, ISO400, 30 Min. / F. Steimer

Orionnebel (M42/43) 14.11.2012 / TS 65mm-Apochromat f/6.5, Canon Eos 1000d, ISO400, 30 Min. / F. Steimer

Orionnebel (M42) 28.11.2016 / F. Steimer

Orionnebel (M42) 28.11.2016 / F. Steimer

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