Sternbild Andromeda mit Riesengalaxie M31

Mythologie

In der griechischen Mythologie ist Andromeda die Tochter der schönen und eitlen Königin Kassiopeia, der Gemahlin des äthiopischen Königs Kepheus. Eines Tages wagte die selbstgefällige Kassiopeia zu behaupteten, sie sei nicht nur bildschön, sondern sie überträfe in ihrer Schönheit sogar die Nereiden, die Töchter des Meeresgottes Nereus. Die zutiefst beleidigten Nereiden wandten sich sogleich an Poseidon, den Bruder des mächtigen Göttervaters Zeus. Poseidon zögerte nicht und sandte erzürnt ein schreckliches Meeresungeheuer nach Äthiopien, welches sämtliche fruchtbaren Ufer des Landes zu verwüsten begann. Das geschundene Land konnte einem Orakelspruch nach von dem Fluch Poseidons jedoch befreit werden, wenn die bildhübsche Andromeda, das einzige Kind des äthiopischen Königspaares, dem Ungeheuer geopfert würde. Andromeda wurde daher trotz aller Wehklagen an einen Felsen gekettet. Dort erwartete sie ihr grausames Schicksal. Im letzten Augenblick aber eilte der Held Perseus herbei und tötete das Meeresuntier. Zum Lohn erhielt er Andromeda zur Frau. Die schöne Andromeda und zu ihren Füßen liegend ihr Held Perseus sind seitdem am Himmel als Sternenbilder verewigt.

 

Astronomie

Das in Herbst und Winter nach Einbruch der Dunkelheit hoch am südlichen Firmament stehende Sternbild ist unauffällig und im Wesentlichen eine leicht gekrümmte Sternenkette aus den mittelhellen Sternen Almaak (ɣ), Mirach (β) und Alpheratz (α). Diese wird in der Mitte von einer kleineren, deutlich schwächeren Sternenkette gekreuzt, welche den stählernen Gürtel darstellt, mit dem Andromeda der Legende nach einst an einen Felsen gekettet wurde. Am Ende dieser kleinen Sternenkette befindet sich für den aufmerksamen Beobachter ein Nebelfleck: die Galaxie M31. Die erste geschichtliche Erwähnung dieses Fleckchens stammt schon aus dem Jahre 964 von dem arabischen Astronom Al-Sufi. Lange Zeit wussten die Astronomen nichts über die wahre Natur dieses seltsamen Objekts am Herbsthimmel. Sie nannten es angesichts der Größe im Teleskop und des nebeligen Erscheinungsbilds „Großer Andromedanebel“. Im Feldstecher und Fernrohr lässt uns die Galaxie ihre wahre Dimension erahnen, auf lang belichteten Fotos wird sie sichtbar:

Foto: Steimer

Anfang des 20. Jahrhunderts war es der amerikanische Astronom Edwin Hubble, der den „Nebel“ für seine Forschungen am damals weltgrößten Teleskop mit 2,5 Meter Durchmesser auswählte. Hubble, nach dem später u.a. das US-Weltraumteleskop benannt wurde, suchte auf seinen lang belichteten Fotoplatten gezielt nach einzelnen Sternen im Nebel.

Er wurde bald fündig und versuchte dann unter diesen Sternen wiederum einen speziellen Typ mit schwankender Helligkeit zu finden, mit dessen Hilfe er die Entfernung des Objekts bestimmen wollte. Die Suche hatte Erfolg. Im Oktober 1923 konnte Hubble den ersten veränderlichen Stern ausfindig machen und sich durch dessen Beobachtung an die Berechnung der Entfernung von M31 machen. Das Ergebnis von Hubbles Berechnungen war eine Sensation: der Andromeda-Nebel ist 22 Trillionen Kilometer entfernt! Das sind 2,2 Millionen Lichtjahre, und damit handelt es sich um eine unvorstellbar weit entfernte Galaxie. Heute gelingt der bildhafte Nachweis Hubbles veränderlichen Sterns bereits im Amateurteleskop, und auch mächtige Staubwolken, einzelne Sternhaufen und rötliche Gasnebel in M31 werden auf Fotografien sichtbar:

Foto: Steimer

Die Andromeda-Galaxie, so wie wir sie heute nennen, liegt übrigens trotz ihrer unvorstellbaren Entfernung kosmisch gesprochen vor unserer Haustüre. Aus diesem Grunde erscheint sie am Himmel so groß. Doch auch absolut gesehen ist sie mit einer Ausdehnung von etwa 100.000 Lichtjahren stattlich und zudem unserer eigenen Galaxie, die wir „Milchstraße“ nennen, recht ähnlich. Kein Wunder also, dass M31 und das Sternbild Andromeda vielen Sternfreunden gut bekannt sind.

NASA/ESA haben eine extrem hoch aufgelöste Gesamtansicht von M31 erstellt und das 1,5 Milliarden-Pixel-Foto veröffentlicht. Wer eine gute Internetverbindung hat, dem wird folgendes Video mitten in die Galaxie M31 ans Herz gelegt: M31 auf youtube

 

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