Leo-Triplett

M65/66/NGC3628
Im Sternbild Löwe findet sich bereits im guten Fernglas und erst recht natürlich im lichtstarken Fernrohr eine rund 30 Millionen Kilometer entfernte Gruppe aus hauptsächlich drei hellen Galaxien, die gerne als Leo-Triplett bezeichnet werden.

Messier 66 ist ihr Hauptvertreter, eine 8,9 mag helle Spiralgalaxie vom Hubble-Typ Sb mit einer Flächenausdehnung von etwa 8′ × 4′, die am 1. März 1780 von dem französischen Astronomen Pierre Méchain entdeckt wurde. Der tatsächliche Durchmesser von M66 beträgt etwa 100 000 Lichtjahre. In M66 wurden die Supernova SN 1989B (Typ Ia) und die mögliche Supernova SN 1997bs beobachtet, wobei es sich bei letzterer auch um ein anderes Licht-Phänomen gehandelt haben könnte. M66 ist auch mit Weltraumteleskopen eingehend untersucht worden. Dabei wurde in ihrem Inneren eine rege Aktivität gemessen, welche auf ein großes schwarzes Loch schließen lässt. Schwarze Löcher sind extrem massereiche Materieansammlungen, welche eine so enorme Anziehungskraft ausüben, dass selbst Lichtteilchen davon angezogen werden und diese nicht mehr frei umherfliegen können. So gelangt aus einem schwarzen Loch auch kein Licht zu uns. Sehen kann man schwarze Löcher daher nicht. Dafür fallen auf Fotografien schnell viele rote Gasnebel auf, aus denen neue Sterne entstehen können.

M65 wirkt daneben weniger spektakulär. Auf hoch aufgelösten Fotografien zeigt M65 jedoch ein fein zerfasertes dunkles Band aus kosmischem Staub.

NGC3628, die schwächste der drei Galaxien, wurde erst am 8. April 1784 von dem deutsch-britischen Astronomen Wilhelm Herschel entdeckt. Sie verfügt über ein noch weiter ausgeprägtes Staubband als M65, und offenbart in diesem auf professionellen Aufnahmen einen unglaublichen Strukturenreichtum.

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