M97

2015_klemm_neuhaeusl_m97
Im Sternbild Großer Wagen befindet sich mit M97 einer der wenigen Planetarischen Nebel aus dem berühmten Objektkatalog des französischen Astronomen Charles Messier. M97 ist der Überrest eines Sterns, der im Laufe seines Alterungsprozesses vor knapp 8.000 Jahren seine äußere Gashülle abgestoßen hat. Damals leuchtete der Stern am Nachthimmel für kurze Zeit als Nova-Explosion hell auf. Heute ist dieser Stern nur mehr auf lang belichteten Fotos oder im Großteleskop als weißer Zwergstern der 14. Helligkeitsklasse inmitten des rundlich erscheinenden Nebels erkennbar, obwohl er immer noch etwa 100-mal heller als unsere Sonne strahlt.

Auf solchen lang belichteten Fotos tritt auch die ganze Schönheit der ihn langsam verlassenden Nebelwolke hervor. Die Entdeckung von M97 geht auf den Franzosen Pierre Méchain und das Jahr 1781 zurück. Noch im gleichen Jahr konnte Messier die Entdeckung bestätigen und M97 in seinen Katalog aufnehmen. Seinen Namen verdankt der Nebel allerdings dem englischen Astronomen Lord Rosse, der 1848 mit seinem damals weltgrößten Teleskop, einem 1.8 Meter durchmessenden Spiegelteleskop, zwei dunkle Zonen wahrnehmen konnte und sich an das Gesicht einer Eule erinnert fühlte.

Diese immer noch schwach leuchtende Gasblase können Sie bei geeignetem Himmel durch unser vergleichsweise kleines 50cm-Teleskop mit einem Spezialfilter gut beobachten. Vielleicht blicken Sie dabei sogar auf den Spuren von Lord Rosse in die beiden ‚Augen‘ der ‚Eule‘.

Die Kommentare wurden geschlossen