Himmelsvorschau

Was ist los am Himmel über Passau –
Juni/Juli 2017

Zusammengestellt von Rainer Klemm und Florian Steimer.

Satelliten:
Von Zeit zu Zeit ist die Internationale Raumstation (ISS) am Himmel zu beobachten. Sie erscheint wie ein heller bis sehr heller ‚Stern‘, der sich etwa mit (scheinbar) Flugzeug-Geschwindigkeit über den Himmel bewegt.
Hier finden Sie die aktuellen Sichtbarkeiten der ISS für den Raum Passau:
Astroviewer

Sichtbarkeiten anderer Satelliten für den Raum Passau, Mondphasen usw. finden Sie hier:
Satelliten, Mondphasen,…

Der Sternenhimmel im Juni/Juli:
Die Meteorologen wollen uns glauben machen, dass mit dem 1. Juni der Sommer beginnt. Wechselnde Temperaturen in den ersten Junitagen lassen daran zweifeln und da fällt es uns noch schwerer zu glauben, dass in diesen Wochen die Sonne schon ihren höchsten Stand erreicht und am 21. Juni für uns Passauer erst um 21.15 Uhr Sommerzeit unter den Horizont taucht. An astronomische Beobachtungen ist um diese Zeit erst kurz vor Mitternacht zu denken, eine für Sternbegeisterte eher schwere Zeit. Trotzdem ein Blick auf den aktuellen Sternenhimmel.

Sternkarte
(Mit freundlicher Genehmigung des Kosmos Verlags, entnommen aus: Keller, Kosmos Himmelsjahr (c) Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart)
Erläuterungen zum Gebrauch der Monatssternkarte: Maus über Himmelskarte bewegen.

Wie wir auf der obigen Karte erkennen können, ist so gegen 23.00 MESZ der helle Stern Arkturus, der Hauptstern des Sternbildes Bootes, hoch im Süden ein auffälliges Objekt. Die übrigen Sterne des Sternbildes sind nicht sehr auffällig, aber mit Hilfe der Karte finden Sie sicher auch diese. Arkturus, der Name bedeutet soviel wie ‚Hüter des Bären‘, ist übrigens einer der uns am nächsten stehenden Sterne und 37 Lichtjahre entfernt. Wenn die Farbempfindlichkeit Ihrer Augen gut ist, so erkennen Sie den goldgelben Schimmer dieses Riesensternes. Etwa 115mal so leuchtkräftig wie unsere Sonne, ist es vor allem sein Durchmesser der beeindruckt. Die Riesensonne ist ungefähr 25mal so groß wie unser Heimatstern, also etwa 35 Millionen km groß!
Tief im Süden, knapp über dem Horizont, sehen wir den oberen Teil des Skorpiones, neben dem rötlichen Hauptstern Antares gastiert zur Zeit der Ringplanet Saturn. Im Osten machen sich schon deutlich die klassischen Sommersternbilder breit. Wega, Hauptstern der Leier, läuft voraus und dahinter kommt schon das wunderschöne Sternbild des Schwanes den wir ob seiner Gestalt auch das ‚Kreuz des Nordens‘ nennen.
Das bekannteste Sternbild des Himmels in unseren Breiten ist fraglos der Große Wagen, der ein Bestandteil des Großen Bären ist. Ein Gebilde aus vier, etwa gleich hellen Sternen die den Wagen bilden und drei weiteren Sternen, die eine Deichsel darstellen. Pferdefuhrwerke, die eine solche Deichsel besitzen, sind lange nicht mehr Gegenstand unseres Verkehrsalltages und so ergibt sich in der Erklärung des Sternbildes gleich noch ein weiteres Aufklärungsbedürfnis insbesondere gegenüber unseren jungen Besuchern. Die Deichsel weist übrigens auf den Eingangs angesprochenen, hellen Stern Arkturus und ist damit eine einfache Aufsuchhilfe, die man sich gut merken kann.

Mond:
01.06. Halbmond (zunehmend)
09.06. Vollmond
17.06. Halbmond (abnehmend)
24.06. Neumond

01.07. Halbmond (zunehmend)
09.07. Vollmond
16.07. Halbmond (abnehmend)
23.07. Neumond
30.07. Halbmond (zunehmend)

Vorschau: Am Abend des 07.08. wird gegen 21 Uhr bei geeignetem Wetter eine teilweise Mondfinsternis von Passau aus beobachtbar sein. Der Mond wird kurz vor Sonnenuntergang in Teilen verfinstert aufgehen und der Erdschatten die Mondoberfläche dann bald wieder freigeben. Also Ferngläser und Teleobjektive bereithalten!



Planeten:
Den Anblick des Abendhimmels bestimmt der Riesenplanet Jupiter, der hellste ‚Stern‘ am Himmel. Jupiter ist inzwischen in den Südwesten abgerückt und deutet hiermit an, dass er sich allmählich vom Abendhimmel verabschiedet. Trotzdem ist Jupiter derzeit eines der lohnendsten Objekte für astronomische Beobachtungen. Durch Fernrohre können wir das Geschehen in den bandartigen Wolkenformationen des Riesenplaneten verfolgen und uns am Wechselspiel der vier hellen Jupitermonde erfreuen. Auf den Spuren Galileis – er war der Erste, der die 4 größten Jupitermonde entdeckte – können Sie auch selbst wandeln. Schon ein gutes Fernglas mit etwa 10-facher Vergrößerung genügt, um die Monde ganz nahe am hellen Jupiter zu erkennen. Allerdings sollte das Fernglas entweder auf einem Stativ montiert sein oder auf eine stabile Stütze (Autodach, Fensterrahmen o.ä.) gelegt sein, um das ‚Wackeln‘ der Optik zu reduzieren.

Zu späterer Stunde, gegen Mitternacht, fällt ziemlich genau im Süden ein hellerer, gelblich leuchtender Punkt ins Auge. Dieser scheint entgegen anderen hellen Lichtpunkten überhaupt nicht zu funkeln. Es ist Saturn, der zweite Riesenplanet der Nacht. Saturn steht derzeit recht tief am Himmel, so dass er mit Teleskopen wegen der Unruhe der irdischen Atmosphäre etwas verschwommen erscheint. Doch sein ausgedehnter Ring aus Eisbrocken und Staub ist immer beobachtbar und bleibt jedem, der diesen das erste Mal mit eigenen Augen sieht, ein unvergesslicher Anblick. Auch hier genügt bereits ein kleines Teleskop, das zudem die hellsten Monde des Saturn zeigen wird.

Noch heller als Jupiter und Saturn strahlt in den frühen Morgenstunden die Venus, der sogenannte Morgenstern. Venus ist selbstverständlich wie die anderen Planeten kein Fixstern, sondern sie umkreist als kleiner Gesteinsplanet die Sonne und reflektiert deren Licht ohne selbst welches zu erzeugen. Da sich Venus, unserer Nachbarplanet, innerhalb der Erdbahn immer recht nahe bei der Sonne aufhält, kann sie besonders viel Sonnenlicht reflektieren. Daher ist die Venus auch stets der hellste Lichtpunkt am nächtlichen Himmel – perspektivisch bedingt einmal am Morgenhimmel, ein andermal am Abendhimmel. Steht Venus perspektivisch bedingt allerdings zu nahe bei der Sonne, dann wird sie dadurch unbeobachtbar.

Wer ein Telekop besitzt, der kann in den frühen Morgenstunden versuchen, die äußeren Gasplaneten Uranus und Neptun aufzufinden. Für das bloße Auge sind sie zu lichtschwach.


Deep-Sky-Objekte
Als Deep-Sky bezeichnet man Objekte außerhalb unseres Sonnensystems, also beispielsweise Sternhaufen, Gasnebel oder Galaxien. Sie lassen sich am besten durch ein Teleskop betrachten.
M81/82
Galaxien M81/82
Die beiden Galaxien M81 (Bild) und M82 im Sternbild Großer Bär gehören zu den hellsten Galaxien am nördlichen Sternhimmel. Ein Grund für ihre relativ große Helligkeit ist ihre geringe Entfernung:
Mehr lesen…
M3
Kugelsternhaufen M3
M3 gehört mit einer Anzahl von ungefähr einer halben Million Sterne und einem Durchmesser von etwa 125 Lichtjahren zu den üppigsten Sternhaufen überhaupt. Er besitzt die 300.000-fache Leuchtkraft unserer Sonne.
Mehr lesen…
M13
Kugelsternhaufen M13
M13 ist ein mächtiger Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules und der größte Kugelsternhaufen der nördlichen Hemisphäre. Entdeckt wurde dieser bereits im Jahre 1714 durch den englischen Astronomen Sir Edmond Halley.
Mehr lesen…

M97
M97
Im Sternbild Großer Wagen befindet sich mit M97 einer der wenigen Planetarischen Nebel aus dem berühmten Objektkatalog des französischen Astronomen Charles Messier.
Mehr lesen…

Die Kommentare wurden geschlossen