Himmelsvorschau

Was ist los am Himmel über Passau –
Oktober / November 2018

Zusammengestellt von Rainer Klemm und Florian Steimer.

Satelliten:
Von Zeit zu Zeit ist die Internationale Raumstation (ISS) am Himmel zu beobachten. Sie erscheint wie ein heller bis sehr heller ‚Stern‘, der sich etwa mit (scheinbar) Flugzeug-Geschwindigkeit über den Himmel bewegt.
Hier finden Sie die aktuellen Sichtbarkeiten der ISS für den Raum Passau:
Heavens above

Sichtbarkeiten anderer Satelliten für den Raum Passau, Mondphasen usw. finden Sie hier:
Satelliten, Mondphasen,…

Der Sternenhimmel im Oktober/November:
Es ist Herbst geworden und so haben sich viele Sternbilder des Sommers am Abendhimmel bereits deutlich nach Westen bewegt. Einzig die Tatsache, dass es immer früher dunkel wird, trägt zu dem glücklichen Umstand bei, dass wir uns auch jetzt noch mit dem interessanten Band der Milchstraße und darin den hoch stehenden Sternbildern Schwan und Leier beschäftigen können.
Der Schwan mit seinem Hauptstern Deneb steht um 20.00 Uhr sogar noch senkrecht über uns. Deneb ist übrigens einer der am weitesten entfernten Sterne, die man mit bloßem Auge sehen kann. Sein Licht ist 1500 Jahre bis zu uns unterwegs – eine für einen so hellen Stern außergewöhnliche Entfernung. Trotzdem übertrifft Deneb die meisten Sterne an Helligkeit. Kein Wunder, strahlt doch der an seiner Oberfläche über 10.000° heiße Riesenstern mit der 60.000fachen Leuchtkraft unserer Sonne!

Das Zentrum der Milchstraße im Schützen ist inzwischen im Horizontdunst verschwunden, so dass wir diese sternenreiche Region nicht mehr beobachten können. Auch das bekannteste aller Sternbilder, der „Große Wagen“, steht immer noch tief im Norden und ist in seiner Gesamtheit nur zu erkennen, wenn Bäume oder Geländeerhebungen den Nordhorizont nicht zu sehr beschneiden. Wenn wir dagegen nach Osten blicken, dann sehen wir bereits recht hoch am Himmel das große Sternenquadrat des Pegasus und mit ihm verbunden die Sternenkette der Andromeda, die Pegasus der Mythologie nach einst vor einem Meeresungeheuer gerettet habe. Beide Sternbilder glänzen zwar nicht mit sehr hellen Sternen, doch findet sich in der Andromeda eine der uns am nächsten gelegenen Galaxien an unserem Himmel, die Große Andromedagalaxie. Sie ist in ihrer gesamten Ausdehnung um ein Vielfaches größer als der Vollmond und kann bereits mit bloßem Auge gesichtet werden.

Ende Oktober rücken schließlich auch die ersten Wintersternbilder über den Osthorizont. Als erstes ist dies das Sternbild des Stieres und mit ihm ein kleiner, aber sehr markanter Sternhaufen, der schon mit bloßem Auge auffällt. Bis zu 8 Sterne auf engem Raum zusammen gedrängt sieht man ohne Hilfsmittel. Dies ist einer der prächtigsten „offenen Sternhaufen“ am Himmel. Bekannt ist dieses Himmelsjuwel (schauen Sie dieses Objekt einmal mit einem Fernglas an, dann sehen Sie sofort, dass diese Bezeichnung keine Übertreibung ist) als Sternhaufen der Plejaden, auch „Siebengestirn“ genannt. Auch das Sternbild Kassiopeia, das eigentlich das ganze Jahr über beobachtet werden kann, da es sich in einer Gegend nahe dem Himmelspol befindet, wandert nun hoch hinauf in Richtung Zenit. In diesem markanten Sternbild, das ganz passend auch „Himmels-W“ genannt wird, befindet sich eine Reihe von schönen Sternhaufen. Am meisten beeindruckt der Doppelhaufen „h und chi“, der jedoch schon dem Sternbild Perseus zugerechnet wird. Der Anblick dieser beiden hellen Sternenansammlungen im Teleskop hinterlässt sicher eine bleibende Erinnerung und ist immer wieder auch Anlass, die buchstäblich haufenweise Entstehung von Sternen zu erklären.


Eine interaktive Sternkarte mit der Möglichkeit der genauen Datums- und Zeitangabe finden Sie hier.

Mond:
02.10. Halbmond (abnehmend)
09.10. Neumond
16.10. Halbmond (zunehmend)
24.10. Vollmond
31.10. Halbmond (abnehmend)
07.11. Neumond
15.11. Halbmond (zunehmend)
23.11. Vollmond

Planeten:
Wenn wir den Himmel zurzeit nach hellen Planeten absuchen, dann stoßen wir tief im Süden auf den hellen Mars. Unser äußerer Nachbarplanet ist zwar nur etwa halb so groß wie die Erde, jedoch zeigt er aufgrund seiner relativen Nähe zu uns unter guten Bedingungen bereits einige Oberflächenmerkmale wie Polkappen und dunklere Zonen.
Der Ringplanet Saturn ist im Oktober leider nur noch tief im Südwesten erkennbar, er ist kein geeignetes Objekt mehr für die Beobachtung im Teleskop.
Uranus und Neptun stehen dagegen günstig. Sie lassen sich mit Feldstechern oder Teleskopen auffinden. Insbesondere Uranus erscheint bei hoher Vergrößerung als kleines, türkisfarbenes Scheibchen. Oberflächendetails darf man sich bei diesem weit entfernten und ziemlich strukturlosen Gasplaneten nicht erwarten.
Im Dezember taucht die strahlend gelbe Venus wieder am Morgenhimmel tief im Osten auf. Sie markiert damit eine bevorstehende Phase der Sichtbarkeit in der zweiten Nachthälfte („Morgenstern“).


Deep-Sky-Objekte
Als Deep-Sky bezeichnet man Objekte außerhalb unseres Sonnensystems, also beispielsweise Sternhaufen, Gasnebel oder Galaxien. Sie lassen sich am besten durch ein Teleskop betrachten.
M13
M13
M13 ist ein mächtiger Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules und der größte Kugelsternhaufen der nördlichen Hemisphäre. Entdeckt wurde dieser bereits im Jahre 1714 durch den englischen Astronomen Sir Edmond Halley.
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M57
Ringnebel
Der Nebel M57 im Sternbild Leier ist der Überrest eines Sterns, der im Laufe seines Alterungsprozesses bereits vor etwa 20.000 Jahren seine äußere Gashülle abgestoßen hat. Damals leuchtete der Stern für kurze Zeit als Nova-Explosion hell auf.
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Cirrusnebel
Cirrusnebel
Der Cirrusnebel, auch bekannt als Schleier-Nebel, ist der sichtbare Überrest einer gewaltigen Supernova, die vor ca. 8.000 Jahren in unserer Milchstraße stattfand. Damals explodierte in einer Entfernung von „nur“ 1500 Lichtjahren ein alter, sehr massereicher Stern („Roter Riese“).
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h/chi
h/chi Persei
Der Doppelsternhaufen h/chi im Sternbild Perseus ist bereits mit bloßem Auge als länglicher Lichtfleck am Himmel erkennbar. Im Fernglas sind die beiden Sternansammlungen deutlich zu sehen, und im Teleskop bietet sich ein imposanter Anblick.
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