Himmelsvorschau

Was ist los am Himmel über Passau –
Juni / Juli 2018

Zusammengestellt von Rainer Klemm und Florian Steimer.

Satelliten:
Von Zeit zu Zeit ist die Internationale Raumstation (ISS) am Himmel zu beobachten. Sie erscheint wie ein heller bis sehr heller ‚Stern‘, der sich etwa mit (scheinbar) Flugzeug-Geschwindigkeit über den Himmel bewegt.
Hier finden Sie die aktuellen Sichtbarkeiten der ISS für den Raum Passau:
Heavens above

Sichtbarkeiten anderer Satelliten für den Raum Passau, Mondphasen usw. finden Sie hier:
Satelliten, Mondphasen,…

Der Sternenhimmel im Juni/Juli:
Das Jahr fliegt dahin und es fällt uns schwer zu glauben, dass in diesen Wochen die Sonne schon ihren höchsten Stand erreicht und am 21. Juni für uns Passauer erst um 21.15 Uhr Sommerzeit unter den Horizont taucht. An astronomische Beobachtungen ist um diese Zeit erst kurz vor Mitternacht zu denken, eine für Sternbegeisterte eher schwere Zeit.

Wie wir auf der Sternkarte unten erkennen können, ist so gegen 23.00 MESZ der helle Stern Arkturus, der Hauptstern des Sternbildes Bootes, hoch im Süden ein auffälliges Objekt. Die übrigen Sterne dieses Sternbildes sind nicht sehr auffällig, aber mit Hilfe der Karte finden Sie sicher auch diese. Arkturus – der Name bedeutet soviel wie „Hüter des Bären“ – ist übrigens einer der uns am nächsten stehenden Sterne und 37 Lichtjahre entfernt. Wenn die Farbempfindlichkeit Ihrer Augen gut ist, so erkennen Sie den goldgelben Schimmer dieses Riesensternes. Etwa 115mal so leuchtkräftig wie unsere Sonne, ist es vor allem sein Durchmesser, der beeindruckt. Die Riesensonne ist ungefähr 25mal so groß wie unser Heimatstern, also etwa 35 Millionen km groß!

Tief im Süden, knapp über dem Horizont, sehen wir den oberen Teil des Skorpiones und im Osten machen sich schon deutlich die klassischen Sommersternbilder breit. Wega, der Hauptstern der Leier, läuft voraus und dahinter kommt schon das wunderschöne Sternbild des Schwanes, den wir ob seiner Gestalt auch das „Kreuz des Nordens“ nennen.

Sternkarte
(Mit freundlicher Genehmigung des Kosmos Verlags, entnommen aus: Keller, Kosmos Himmelsjahr (c) Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart)
Erläuterungen zum Gebrauch der Monatssternkarte: Maus über Himmelskarte bewegen.
Eine interaktive Sternkarte mit der Möglichkeit der genauen Datums- und Zeitangabe finden Sie hier.

Mond:
06.06. Halbmond (abnehmend)
13.06. Neumond
20.06. Halbmond (zunehmend)
28.06. Vollmond
06.07. Halbmond (abnehmend)
13.07. Neumond
19.07. Halbmond (zunehmend)
27.07. Vollmond / Totale Mondfinsternis

Totale Mondfinsternis am 27.07.:
Der Mond geht bereits teilweise verfinstert auf.
Mondaufgang: 20.40 Uhr MESZ
Beginn der totalen Phase: 21.30 Uhr MESZ
Maximale Verfinsterung: 22.22 Uhr MESZ
Ende der totalen Phase: 23.13 Uhr MESZ
Austritt aus Kernschatten: 00.19 Uhr MESZ
Austritt aus Halbschatten: 01.30 Uhr MESZ



Planeten:
Die helle Venus zieht am abendlichen Himmel unsere Blicke auf sich. In der Abenddämmerung ist sie in westlicher Richtung als hellstes Gestirn zu sehen.

Auch Jupiter befindet sich am Abendhimmel, allerdings mehr in südlicher Richtung. Auf den Spuren Galileis – er war der Erste, der die 4 Jupitermonde entdeckte – können Sie auch selbst wandeln. Schon ein gutes Fernglas (z.B. 10×42) genügt, um die Monde ganz nahe am hellen Jupiter zu erkennen. Allerdings sollte das Fernglas entweder auf einem Stativ montiert sein oder gegen eine stabile Stütze (Autodach, Fensterrahmen o.ä.) gedrückt sein, um das ‚Wackeln‘ zu verhindern. Dabei muss man schon genau hinsehen, um die wie erwähnt ganz nahe am gleißend hellen Planeten stehenden Monde des Riesenplaneten zu erkennen. Bis zu vier können Sie schon auf diese einfache Weise selbst entdecken. Jupiter mit bloßem Auge zu finden ist übrigens kinderleicht. Er ist nach der Venus das mit Abstand hellste Gestirn am Nachthimmel.

Zu späterer Stunde erscheinen ferner noch der gelblich leuchtende Saturn und nach ihm der rostorange Mars über dem Südosthorizont. Während der eindrucksvolle Saturnring schon mit kleinen Teleskopen sichtbar wird, sind Oberflächendetails auf dem Mars deutlich schwieriger zu beobachten.


Deep-Sky-Objekte
Als Deep-Sky bezeichnet man Objekte außerhalb unseres Sonnensystems, also beispielsweise Sternhaufen, Gasnebel oder Galaxien. Sie lassen sich am besten durch ein Teleskop betrachten.
M81/82
Galaxien M81/82
Die beiden Galaxien M81 (Bild) und M82 im Sternbild Großer Bär gehören zu den hellsten Galaxien am nördlichen Sternhimmel. Ein Grund für ihre relativ große Helligkeit ist ihre geringe Entfernung:
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M66
Leo-Triplett
Im Sternbild Löwe findet sich bereits im guten Fernglas und erst recht natürlich im lichtstarken Fernrohr eine rund 30 Millionen Kilometer entfernte Gruppe aus hauptsächlich drei hellen Galaxien, die gerne als Leo-Triplett bezeichnet werden.
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M3
Kugelsternhaufen M3
M3 gehört mit einer Anzahl von ungefähr einer halben Million Sterne und einem Durchmesser von etwa 125 Lichtjahren zu den üppigsten Sternhaufen überhaupt. Er besitzt die 300.000-fache Leuchtkraft unserer Sonne.
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M13
Kugelsternhaufen M13
M13 ist ein mächtiger Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules und der größte Kugelsternhaufen der nördlichen Hemisphäre. Entdeckt wurde dieser bereits im Jahre 1714 durch den englischen Astronomen Sir Edmond Halley.
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