Himmelsvorschau

Was ist los am Himmel über Passau –
Dezember 2018 / Januar 2019

Zusammengestellt von Rainer Klemm, Florian Steimer und Markus Dähne.

Satelliten:
Von Zeit zu Zeit ist die Internationale Raumstation (ISS) am Himmel zu beobachten. Sie erscheint wie ein heller bis sehr heller ‚Stern‘, der sich etwa mit (scheinbar) Flugzeug-Geschwindigkeit über den Himmel bewegt.
Hier finden Sie die aktuellen Sichtbarkeiten der ISS für den Raum Passau:
Heavens above

Sichtbarkeiten anderer Satelliten für den Raum Passau, Mondphasen usw. finden Sie hier:
Satelliten, Mondphasen,…

Der Sternenhimmel im Dezember/Januar:
Wenn wir am Himmel den Blick zunächst nach Westen richten, dann sehen wir, dass sich dort die letzten Sommersternbilder von der Himmelsbühne allmählich verabschieden. Knapp über dem Horizont funkeln noch die Sterne Wega in der Leier und knapp darüber Deneb im Schwan. Hoch im Süden stehen dagegen schon zu Beginn der Nacht die klassischen Herbststernbilder, das große Sternenviereck des Pegasus und im Anschluss daran die Sternenkette der Andromeda mit dem herrlichen Andromedanebel M31.

Im Norden hat der Große Wagen seinen tiefsten Punkt hinter sich gelassen, er schwingt sich wieder in höhere Gefilde auf. Damit fällt es uns leicht, dieses bekannteste aller Sternbilder ausfindig zu machen.
Lassen wir unseren Blick vom Großen Wagen über den Polarstern hinweg in den Zenit wandern, so gelangen wir zu einem sehr einprägsamen Sternbild, dem Himmels-W oder auch Kassiopeia genannt. Die griechische Bezeichnung Kassiopeia verweist uns auf die Mythologie des alten Griechenland, in der die Königin Kassiopeia als Mutter von Andromeda gilt und am Schicksal der schönen Tochter aufgrund ihres Hochmuts schuldig wird.
Für uns ist das Sternbild ein guter Orientierungspunkt am Himmel. Es lassen sich mit seiner Hilfe nämlich ziemlich leicht die Sternhaufen h und chi im Perseus als schwacher Lichtfleck ausfindig machen. Der Doppelsternhaufen ist einer der schönsten am Himmel und fester Bestandteil unserer nächtlichen Himmelsführungen.

Blicken wir zum östlichen Himmel, so sind dort bereits die ersten Wintersternbilder auszumachen. Unübersehbar ist das Sternbild Stier mit seinem orange-rötlich leuchtenden Hauptstern Aldebaran, der als Roter Riesenstern gilt. Sein Durchmesser beträgt das 45-Fache der Sonne. Es darf nicht verwundern, wenn Aldebaran sein Sternenleben in nicht allzu ferner Zukunft in einer gewaltigen Supernova-Explosion beenden wird.
Ganz in der Nähe dieses Sternengiganten, etwas oberhalb, befindet sich der herrliche Sternhaufen der Plejaden, der mit bloßem Auge schon als kleine Sterngruppe von 6-8 Sternen zu erkennen ist. Sie müssen unbedingt einmal ein Fernglas auf dieses Objekt richten, das in so einem Instrument zu seiner schönsten Pracht gedeiht.
Bedeutend schwieriger ist der Krebsnebel M1, ein Überrest einer Sternenexplosion, die im Jahre 1054 so hell aufleuchtete, da sie sogar am Tag sichtbar blieb. Der verursachende Stern ist heute noch auf fotografischem Wege als leuchtschwacher, stark geschrumpfter Pulsar nachweisbar. Für die Beobachtung der gasförmigen Explosionsreste sollte man einen speziellen Nebelfilter verwenden.

Noch in Horizontnähe lässt sich bereits ein sehr leuchtkräftiges Sternbild ausmachen, das uns den ganzen Winter über begleiten wird: der Orion. Berühmt ist dieses klassische Wintersternbild nicht nur für seine hellen Sterne, sondern insbesondere auch für eine gigantische Nebelwolke, welche „Großer Orionnebel“ genannt wird. Diese Wolke können Sie in einer klaren Nacht bereits mit bloßem Auge unterhalb des Gürtels des Orion erkennen. Im Teleskop offenbart sich der Gasnebel in seiner vollen Größe und Pracht.


Eine interaktive Sternkarte mit der Möglichkeit der genauen Datums- und Zeitangabe finden Sie hier.

Mond:
07.12. Neumond
15.12. Halbmond (zunehmend)
22.12. Vollmond
29.12. Halbmond (abnehmend)
06.01. Neumond
14.01. Halbmond (zunehmend)
21.01. Vollmond
27.01. Halbmond (abnehmend)

Totale Mondfinsternis am 21.01.2019:
Diese Mondfinsternis ist in den Morgenstunden des 21.01. in ihrem gesamten Verlauf sichtbar. Der Eintritt in den Halbschatten ist noch nicht wahrnehmbar; erst nach 4 Uhr wird die Sichtbarkeit der Finsternis beginnen.
Eintritt in den Halbschatten: 3.36 MEZ
Eintritt in den Kernschatten: 4.34 MEZ
Beginn der totalen Phase: 5.41 Uhr MEZ
Maximale Verfinsterung: 6.12 Uhr MEZ
Ende der totalen Phase: 6.43 Uhr MEZ
Austritt aus Kernschatten: 7.51 Uhr MEZ
Monduntergang: 8.04 MEZ



Planeten:
In diesem Winter wird der abendliche Nachthimmel durch den im Süden stehenden orangefarbenen Mars aufgewertet. Unser rostiger Nachbarplanet war in diesem Jahr der Erde besonders nah, doch allmählich entfernt er sich wieder von uns und daher wird auch sein Leuchten schwächer. Im Teleskop sind bei guten Bedingungen trotzdem dunklere „Meere“ und weiße Polkappen erkennbar.

Außer Mars lassen sich bei genauem Kartenstudium oder mit Hilfe von computergesteuerten Teleskopen auch die fernen Planeten Uranus und Neptun beobachten. Besonders Uranus gefällt aufgrund seiner türkis-grünlichen Färbung. Oberflächendetails lassen sich aber auch mit größeren Teleskopen nicht erkennen, da die Entfernung beider Planeten dafür viel zu groß ist.

In den frühen Morgenstunden können ungeduldige Planetenjäger tief im Südosten bereits erfolgreich nach unserem inneren Nachbarplaneten Venus Ausschau halten. Sie strahlt bis in die Morgendämmerung hinein unverwechselbar als heller gelber „Stern“.

Im Januar wird nach Venus auch der helle Riesenplanet Jupiter in der Dämmerung sichtbar. Bis er sich hoch in das Himmelsgewölbe erhebt dauert es allerdings noch eine Weile.




Kometen:
Der Komet 46P/Wirtanen wird im Dezember am Nachthimmel zu sehen sein (Aufsuchkarte s. unten). Dabei wird er so hell, dass er selbst mit dem bloßen Auge wahrnehmbar ist.

Am 13.12. erreicht er seinen geringsten Abstand zur Sonne, am 16.12. ist seine größte Annäherung an die Erde mit 11.5 Mio. Kilometern.

Im Feldstecher wird Wirtanen als relativ großer (etwa Mondgröße), rundlicher Lichtfleck zu beobachten sein. Je dunkler der Himmel, desto besser der Anblick – in der 2. Dezemberhälfte wird der Mond mit seiner Helligkeit die Beobachtung oft beeinträchtigen.

Bahn des Kometen 46P/Wirtanen im Dezember 2018.

Meteorströme:
Als Meteorstrom bezeichnet man das gehäufte Auftreten von Sternschnuppen, wenn die Erde eine mit Staubteilchen angereicherte Kometenbahn kreuzt und diese in der Erdatmosphäre verglühen.
Mitte Dezember ist wieder die Zeit der Geminiden, deren Name auf das Sternbild Zwillinge (lat. Gemini) zurück geht, aus dem sie am Himmel zu kommen scheinen. Ihr Ursprungskörper ist ausnahmsweise kein Komet, sondern ein Asteroid namens Phaeton.
Das Maximum wird am 14. Dezember 2018 erreicht, so dass es sich lohnt, in den Morgen- oder Abendstunden dieses Tages nach den Sternschnuppen Ausschau zu halten.
Üblicherweise sind mehrere Dutzend Sternschnuppen pro Stunde zu sehen. Der (Halb-)Mond wird nur abends mit seiner Helligkeit etwas stören.

Perfekte Bedingungen herrschen 2019 für die Quadrantiden. Ihr Name geht auf das nicht mehr verwendete Sternbild Mauerquadrant zurück.
Ihr „spitzes“ Maximum tritt am 4. Januar gegen 3h20 MEZ ein, zumindest rund um diese Uhrzeit können über 100 Sternschnuppen pro Stunde auftreten, ohne störende Mondhelligkeit.

Für die Beobachtung von Sternschnuppen benötigt man einen möglichst wolkenlosen und dunklen Himmel – am besten also abseits der Siedlungen -, ausreichend warme Kleidung und etwas Geduld.

Deep-Sky-Objekte
Als Deep-Sky bezeichnet man Objekte außerhalb unseres Sonnensystems, also beispielsweise Sternhaufen, Gasnebel oder Galaxien. Sie lassen sich am besten durch ein Teleskop betrachten.
h/chi
h/chi Persei
Der Doppelsternhaufen h/chi im Sternbild Perseus ist bereits mit bloßem Auge als länglicher Lichtfleck am Himmel erkennbar. Im Fernglas sind die beiden Sternansammlungen deutlich zu sehen, und im Teleskop bietet sich ein imposanter Anblick.
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M31
Andromedagalaxie
Im Herbst können Sie schon mit bloßem Auge unvorstellbar weit ins Universum vordringen. An das markante Sternenviereck Pegasus schließt sich das Sternbild Andromeda an. In diesem Sternbild ist die Andromeda-Galaxie – der ‚Große Andromedanebel‘ – zu Hause. Mehr lesen…
M45
Plejaden
Der offene Sternhaufen mit dem Namen ‚Plejaden‘ liegt rund 380 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Stier und steht damit unserer Erde relativ nahe. Er umfasst mindestens 1200 Sterne, wovon 6 bis 9 mit bloßem Auge erkannt werden können.
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M42
Orionnebel
Diese riesige Wasserstoffwolke steht direkt unter den drei Gürtelsternen des markantesten Wintersternbildes und ist ein Hauptobjekt der meisten Führungen unter dem Wintersternenhimmel.
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