Himmelsvorschau

Was ist los am Himmel über Passau –
Februar/März 2017

Zusammengestellt von Rainer Klemm und Florian Steimer.

Sternkarte
(Mit freundlicher Genehmigung des Kosmos Verlags, entnommen aus: Keller, Kosmos Himmelsjahr (c) Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart)
Erläuterungen zum Gebrauch der Monatssternkarte: Maus über Himmelskarte bewegen.

Der Sternenhimmel im Februar/März:
Nun ist die Glanzzeit der klassischen Wintersternbilder. Am abendlichen Himmel tummeln sich jetzt so viele helle Sterne wie zu keinem anderen Zeitpunkt des Jahres. Im Süden steht das prächtige Sternbild Orion, das neben einer großen Anzahl von hellen Sternen auch eine auffällige Struktur bietet. Die drei Gürtelsterne fallen bei einem Blick auf den südlichen Himmelsabschnitt sofort ins Auge, zusammen mit den beiden helleren Sternen erster Größenklasse, oben links über den Gürtelsternen der rote Riesenstern Beteigeuze (der aus dem Arabischen kommende Name bedeutet soviel wie ‚Achselstern‘) und rechts darunter der weiß-bläulich schimmernde Rigel (auch aus dem Arabischen und bedeutet soviel wie ‚rechtes Bein‘). Unter den Gürtelsternen fällt ein matt schimmerndes Areal auf, das bei einem Blick durchs Fernglas und insbesondere durch das Fernrohr sich als das Sternentstehungsgebiet des Großen Orionnebels entpuppt. Näheres zu diesem Paradeobjekt des Wintersternenhimmels finden Sie etwas weiter unten in dieser Rubrik.

Ziemlich genau im Zenit (das ist der Punkt genau über uns am Himmel) steht nun das Sternbild der Zwillinge mit den Hauptsternen Castor und Pollux. Castor ist mit 45 Lichtjahren Entfernung auch noch zu unserer kosmischen Nachbarschaft zu zählen. Ein Blick durch ein leistungsfähiges Fernrohr, wie Sie es auf der Sternwarte finden, zeigt, dass es sich um zwei Sterne handelt, die einander umkreisen. Im Fernrohr sehr eng beieinander und kaum zu trennen, sind sie in Wirklichkeit etwa 13 Milliarden km voneinander entfernt und benötigen für einen Umlauf umeinander 380 Jahre.

Auf alle sichtbaren Sternbilder des Winterhimmels einzugehen ist hier nicht möglich. Auf einen Stern sollte aber noch hingewiesen werden. Es ist der hellste Stern, der am Himmel zu sehen ist, sein Name ist Sirius und es ist der Hauptstern des Großen Hundes, links, etwas tiefer als das Ausgangssternbild Orion. Mit einer Entfernung von nur 8,7 Lichtjahren ist Sirius auch der uns am nächsten stehende Stern der Winternacht. Aber auch damit ist Sirius etwa 550.000mal weiter entfernt als unsere Sonne! Sirius ist in vielerlei Hinsicht ein besonderer Stern, mit einer Oberflächentemperatur von 10.000° ist er etwa doppelt so heiß wie unsere Sonne. Die anderen Geschichten zum ‚Hundsstern‘ erfahren Sie bei unseren Beobachtungsnächten.

Mond:
01. Februar Halbmond (abn.)
08. Februar Neumond
15. Februar Halbmond (zun.)
22. Februar Vollmond

02. März Halbmond (abn.)
09. März Neumond
15. März Halbmond (zun.)
23. März Vollmond
31. März Halbmond (abn.)



Planeten:
Der frühabendliche Sternenhimmel wird derzeit von der hoch im Südwesten schwefelgelb strahlenden Venus beherrscht. Unser innerer Nachbarplanet lässt uns beinahe den orangefarbenen Mars übersehen. Dieser befindet sich etwas links über der Venus.
Mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist ein Planet des äußeren Sonnensystems: Uranus. Er fristet ganz in der Nähe des viel helleren Mars derzeit sein Schattendasein. Um den 26. Februar jedoch kommen sich beide Planeten am Himmel so nahe, dass sie im Teleskop in einem Gesichtsfeld zu sehen sein werden. Diese Nähe ist freilich nur scheinbar, stehen doch beide Planeten Abermillionen von Kilometern hintereinander gestaffelt im Raum. Dennoch werden Astrologen diese scheinbare Begegnung sicherlich auf ihre Weise zu interpretieren wissen. Hübsch anzusehen ist dann auch die Zusammenkunft von Venus und Mars am 1. Februar und dann wieder am 1. März, wenn sich zu beiden Planeten die schmale Sichel des zunehmenden Mondes gesellen wird.
Wer frühmorgens vor oder spätestens zu Beginn der Dämmerung unterwegs ist, dem wird hoch im Süden wahrscheinlich ein heller Lichtpunkt auffallen. Es ist Jupiter, der sich gerade anschickt, ein Planet auch der ersten Nachthälfte zu werden.



Satelliten:
Von Zeit zu Zeit ist die Internationale Raumstation (ISS) am Himmel zu beobachten. Sie erscheint wie ein heller bis sehr heller ‚Stern‘, der sich etwa mit (scheinbar) Flugzeug-Geschwindigkeit über den Himmel bewegt.
Hier finden Sie die aktuellen Sichtbarkeiten der ISS für den Raum Passau:
Sichtbarkeiten der ISS

Sichtbarkeiten anderer Satelliten für den Raum Passau, Mondphasen usw. finden Sie hier:
Satelliten, Mondphasen,…

Deep-Sky-Objekte
Als Deep-Sky bezeichnet man Objekte außerhalb unseres Sonnensystems, also beispielsweise Sternhaufen, Gasnebel oder Galaxien. Sie lassen sich am besten durch ein Teleskop betrachten.
h/chi
h/chi Persei
Der Doppelsternhaufen h/chi im Sternbild Perseus ist bereits mit bloßem Auge als länglicher Lichtfleck am Himmel erkennbar. Im Fernglas sind die beiden Sternansammlungen deutlich zu sehen, und im Teleskop bietet sich ein imposanter Anblick.
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M45
Plejaden
Der offene Sternhaufen mit dem Namen ‚Plejaden‘ liegt rund 380 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Stier und steht damit unserer Erde relativ nahe. Er umfasst mindestens 1200 Sterne, wovon 6 bis 9 mit bloßem Auge erkannt werden können.
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M42
Orionnebel
Diese riesige Wasserstoffwolke steht direkt unter den drei Gürtelsternen des markantesten Wintersternbildes und ist ein Hauptobjekt der meisten Führungen unter dem Wintersternenhimmel.
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M1
Krebsnebel
Als der französische Astronom Charles Messier vor etwa 250 Jahren sein Teleskop bei der Verfolgung eines Kometen auf eine bestimmte Stelle am Himmel richtete, bemerkte er einen diffusen Nebelfleck, der ihn wohl irritiert haben muss.
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