Himmelsvorschau

Was ist los am Himmel über Passau –
Juni / Juli 2019

Zusammengestellt von Florian Steimer.

Satelliten:
Von Zeit zu Zeit ist die Internationale Raumstation (ISS) am Himmel zu beobachten. Sie erscheint wie ein heller bis sehr heller ‚Stern‘, der sich etwa mit (scheinbar) Flugzeug-Geschwindigkeit über den Himmel bewegt.
Hier finden Sie die aktuellen Sichtbarkeiten der ISS für den Raum Passau:
Heavens above
(Bahndaten für die ISS-Beobachtung mittels Teleskop: Supplemental Two-Line Element Sets)

Sichtbarkeiten anderer Satelliten für den Raum Passau, Mondphasen usw. finden Sie hier:
Satelliten, Mondphasen,…

Der Sternenhimmel im Juni/Juli:
Im Hochsommer wird es erst sehr spät richtig dunkel, so dass wir uns hier auf die Beschreibung der hellsten Sterne und Sternbilder beschränken wollen.

Gegen 23.00 MESZ ist der helle, orangefarbene Stern Arkturus, der Hauptstern des Sternbildes Bootes, hoch im Süden ein auffälliges Objekt. Die übrigen Sterne des Sternbildes sind nicht sehr hell, aber wer genau schaut, der kann sie vielleicht oberhalb des Sterns in Form einer Eistüte erkennen. Arkturus, der Name bedeutet soviel wie ‚Hüter des Bären‘, ist übrigens einer der uns am nächsten stehenden Sterne und 37 Lichtjahre entfernt. Etwa 115mal so leuchtkräftig wie unsere Sonne, ist es vor allem sein Durchmesser der beeindruckt. Die Riesensonne ist ungefähr 25mal so groß wie unser Heimatstern, also etwa 35 Millionen km groß!

Tief im Süden, knapp über dem Horizont, sehen wir den oberen Teil des Skorpions mit dem rötlichen Hauptstern Antares, wie Arkturus ein alter Riesenstern. Im Osten machen sich schon deutlich die klassischen Sommersternbilder breit. Vega, der Hauptstern der Leier, läuft voraus. Dahinter steigt schon das wunderschöne Sternbild des Schwans empor, den wir ob seiner Gestalt auch das ‚Kreuz des Nordens‘ nennen.

Das bekannteste Sternbild des Himmels in unseren Breiten ist fraglos der Große Wagen, der ein Bestandteil des Großen Bären ist. Ein Gebilde aus vier, etwa gleich hellen Sternen, die den Wagen bilden, und drei weiteren Sternen, die eine Deichsel darstellen. Pferdefuhrwerke, die eine solche Deichsel besitzen, sind lange nicht mehr Gegenstand unseres Verkehrsalltages und so ergibt sich in der Erklärung des Sternbildes gleich noch ein weiteres Aufklärungsbedürfnis insbesondere gegenüber unseren jungen Besuchern. Die Deichsel weist übrigens auf den bereits angesprochenen, hellen Stern Arkturus und ist damit eine einfache Aufsuchhilfe, die man sich gut merken kann.

Tief im Norden steht derzeit das Himmel-W, die Kassiopeia, gut lesbar am Himmel. Im späteren Jahresverlauf wird es hoch in den Zenit steigen, sodass wir dann den Kopf in den Nacken legen müssen, um den Himmel an dieser Stelle „lesen“ zu können.


Eine interaktive Sternkarte mit der Möglichkeit der genauen Datums- und Zeitangabe finden Sie hier.

Mond:
03.06. Neumond
10.06. Halbmond (zunehmend)
17.06. Vollmond
25.06. Halbmond (abnehmend)
02.07. Neumond
09.07. Halbmond (zunehmend)
16.07. Vollmond – Finsternis!!
25.07. Halbmond (abnehmend)



Partielle Mondfinsternis am 16. Juli 2019:
Am Abend des 16.07. wird gegen 22 Uhr bei geeignetem Wetter eine teilweise Mondfinsternis von Passau aus beobachtbar sein. Der Mond wird in großen Teilen durch den Schatten der Erde wandern und entsprechend verfinstert werden. Das Ereignis wird im Teleskop und Fernglas einen spektakulären Anblick hinterlassen. Die Sternwarte ist an diesem Abend bei gutem Wetter ab 22 Uhr geöffnet.



Planeten:
Den Anblick des Abendhimmels ziert ferner der Riesenplanet Jupiter, der hellste ‚Stern‘ am Himmel. Jupiter ist inzwischen tief im Süden sichtbar geworden und wird uns noch eine Weile einen Einblick in das Geschehen in seiner bewegten Wolkenatmosphäre geben und uns mit dem Wechselspiel seiner vier hellsten Monde erfreuen. Auf den Spuren Galileis – er war der Erste, der die 4 größten Jupitermonde entdeckte – können Sie auch selbst wandeln. Schon ein gutes Fernglas mit etwa 10-facher Vergrößerung genügt, um die Monde ganz nahe am hellen Jupiter zu erkennen. Allerdings sollte das Fernglas entweder auf einem Stativ montiert sein oder auf eine stabile Stütze (Autodach, Fensterrahmen o.ä.) gelegt sein, um das ‚Wackeln‘ der Optik zu reduzieren.

Zu späterer Stunde, nach Mitternacht, fällt im Südenosten ein hellerer, gelblich leuchtender Punkt ins Auge. Dieser scheint entgegen anderen hellen Lichtpunkten überhaupt nicht zu funkeln. Es ist Saturn, der zweite Riesenplanet der Nacht. Saturn steht derzeit recht tief am Himmel, so dass er mit Teleskopen wegen der Unruhe der irdischen Atmosphäre etwas verschwommen erscheint. Doch sein ausgedehnter Ring aus Eisbrocken und Staub ist immer beobachtbar und bleibt jedem, der diesen das erste Mal mit eigenen Augen sieht, ein unvergesslicher Anblick. Auch hier genügt bereits ein kleines Teleskop, das zudem die hellsten Monde des Saturns zeigen wird.

Noch heller als Jupiter und Saturn strahlt in den frühen Morgenstunden die Venus, der so genannte Morgenstern. Venus ist selbstverständlich wie die anderen Planeten kein Fixstern, sondern sie umkreist als kleiner Gesteinsplanet die Sonne und reflektiert deren Licht ohne selbst welches zu erzeugen. Da sich Venus, unserer Nachbarplanet, innerhalb der Erdbahn immer recht nahe bei der Sonne aufhält, kann sie besonders viel Sonnenlicht reflektieren. Daher ist die Venus auch stets der hellste Lichtpunkt am nächtlichen Himmel – perspektivisch bedingt einmal am Morgenhimmel, ein andermal am Abendhimmel. Steht Venus perspektivisch bedingt allerdings zu nahe bei der Sonne, dann wird sie dadurch unbeobachtbar.



Leuchtende Nachtwolken:
Leuchtende Nachtwolken (engl. noctilucent clouds – NLC) sind silbrig-weiße dünne Wolken, die in manchen Sommernächten, v.a. im Juni/Juli, über dem Nordhorizont erscheinen. Da sie in 83 km Höhe liegen, werden sie von der Sonne angestrahlt, während es am Boden bereits dunkel ist.
NLC
Leuchtende Nachtwolken im Juli 2009 (Bild: M. Dähne).



Deep-Sky-Objekte
Als Deep-Sky bezeichnet man Objekte außerhalb unseres Sonnensystems, also beispielsweise Sternhaufen, Gasnebel oder Galaxien. Sie lassen sich am besten durch ein Teleskop betrachten.
M13
M13
M13 ist ein mächtiger Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules und der größte Kugelsternhaufen der nördlichen Hemisphäre. Entdeckt wurde dieser bereits im Jahre 1714 durch den englischen Astronomen Sir Edmond Halley.
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M57
Ringnebel
Der Nebel M57 im Sternbild Leier ist der Überrest eines Sterns, der im Laufe seines Alterungsprozesses bereits vor etwa 20.000 Jahren seine äußere Gashülle abgestoßen hat. Damals leuchtete der Stern für kurze Zeit als Nova-Explosion hell auf.
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M27
Hantelnebel
Der Hantelnebel M27 ist ein heller Planetarischer, hantelförmiger Nebel mit einer Ausdehnung am Himmel von etwa einem Viertel des Vollmonddurchmessers.
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M11
M11
Der ‚Wildentenhaufen‘, auch bekannt unter seiner Katalogbezeichnung M11, ist ein etwa 6200 Lichtjahre entfernter, heller und dicht gedrängter offener Sternhaufen im Sternbild Schild.
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