Himmelsvorschau

Was ist los am Himmel über Passau –
Januar / Februar / März 2020

Zusammengestellt von Rainer Klemm, Florian Steimer und Markus Dähne.
Quelle Sternkarte(n): Cartes du Ciel

Der Sternenhimmel im Januar/Februar/März:
Nun ist die Glanzzeit der klassischen Wintersternbilder. Am abendlichen Himmel tummeln sich jetzt so viele helle Sterne wie zu keinem anderen Zeitpunkt des Jahres.

Im Süden steht das prächtige Sternbild Orion, das neben einer großen Anzahl von hellen Sternen auch eine auffällige Struktur bietet. Die drei Gürtelsterne fallen bei einem Blick auf den südlichen Himmelsabschnitt sofort ins Auge. Zusammen mit den beiden helleren Sternen erster Größenklasse zeigen sie uns allmählich einen Himmelsjäger: oben links über den Gürtelsternen der rote Riesenstern Beteigeuze (der aus dem arabischen kommende Name bedeutet so viel wie „Achselstern“) und rechts darunter der weiß-bläulich schimmernde Rigel (auch aus dem arabischen und bedeutet soviel wie „rechtes Bein“). Unter den Gürtelsternen fällt ein matt schimmerndes Areal auf, das sich bei einem Blick durch ein Fernglas und insbesondere durch das Fernrohr als das Sternentstehungsgebiet des Großen Orionnebels entpuppt.

Ziemlich genau im Zenit (das ist der Punkt genau über uns am Himmel) steht nun das Sternbild der Zwillinge mit den Hauptsternen Castor und Pollux. Castor ist mit 45 Lichtjahren Entfernung auch noch zu unserer kosmischen Nachbarschaft zu zählen. Ein Blick durch ein leistungsfähiges Fernrohr, wie Sie es auf der Sternwarte finden, zeigt, dass es sich bei Castor eigentlich um zwei Sterne handelt, die einander umkreisen. Im Fernrohr sehr eng beieinander und kaum zu trennen, sind sie in Wirklichkeit etwa 13 Milliarden Kilometer voneinander entfernt und benötigen für einen Umlauf umeinander 380 Jahre.

Auf alle sichtbaren Sternbilder des Winterhimmels einzugehen ist hier nicht möglich. Auf einen Stern sollte aber noch hingewiesen werden. Es ist der hellste Stern, der am Himmel zu sehen ist. Sein Name ist Sirius und es ist der Hauptstern des Großen Hundes, links, etwas tiefer als das Ausgangssternbild Orion. Mit einer Entfernung von nur 8,7 Lichtjahren ist Sirius auch der uns am nächsten stehende Stern der Winternacht. Aber auch damit ist Sirius etwa 550.000mal weiter entfernt als unsere Sonne! Sirius ist in vielerlei Hinsicht ein besonderer Stern. Mit einer Oberflächentemperatur von 10.000° ist er etwa doppelt so heiß wie unsere Sonne.

Sternkarte

Eine interaktive Sternkarte mit der Möglichkeit der genauen Datums- und Zeitangabe finden Sie hier.

Sternschnuppen im Januar:
Einer der ergiebigsten Meteorströme ist gleich zu Jahresbeginn aktiv: die Quadrantiden können ähnliche Mengen an Sternschnuppen bringen wie etwa die Perseiden im August. Allerdings ist der Zeitraum des Maximums recht kurz, so dass nur alle paar Jahre wirklich gute Bedingungen für die Quadrantiden eintreten. Ursprungskörper dieser Meteore ist der Asteroid 2003 EH1.
2020 wird das Maximum für den 4. Januar gegen 9:20 MEZ erwartet, so dass vor Beginn der Morgendämmerung (gegen 6 Uhr MEZ) am ehesten einige Sternschnuppen zu sehen sein dürften.
Die beste Art und Weise dieses Schauspiel zu genießen ist von einer bequemen Sitz- oder Liegeposition aus, mit möglichst wenig künstlichem und störendem Licht in der Umgebung. Für die Sichtung braucht es keinerlei optischer Hilfsmittel.
Auch können Fotos und Zeitrafferaufnahmen mit empfindlichen Fotoapparaten erstellt werden, wenn man hohe ISO-Werte (ab etwa 3200) wählt, die Kamera auf ein Stativ montiert und mit einem lichtstarken Weitwinkelobjektiv bestückt.
Perseid
Perseiden-Sternschnuppe (Bild: F. Steimer).
Mond:

03.01. Halbmond (zunehmend)
10.01. Vollmond
17.01. Halbmond (abnehmend)
24.01. Neumond
02.02. Halbmond (zunehmend)
09.02. Vollmond
15.02. Halbmond (abnehmend)
23.02. Neumond
02.03. Halbmond (zunehmend)
09.03. Vollmond
16.03. Halbmond (abnehmend)
24.03. Neumond

Planeten:
Wenn wir den Himmel zu Jahresbeginn abends nach hellen Planeten absuchen, dann stoßen wir tief im Südwesten auf den hellsten Punkt am Himmel, die Venus. Im Teleskop erscheint der kleine Planet hell-gelblich und ohne jegliche Oberflächendetails. Ihre an sich steinige Oberfläche ist ja bekanntlich von einer dichten schwefelhaltigen Wolkenhülle umschlossen. Interessanterweise zeigt sich an Venus aber sehr schön, dass dieser uns benachbarte Planet aufgrund seiner unterschiedlichen Positionen auf seiner weiter innen liegenden Bahn um die Sonne verschiedene Phasen hat, ganz ähnlich unserem Mond.
Uranus und Neptun sind wesentlich lichtschwächer und mit dem bloßen Augen nicht mehr zu erkennen. Sie stehen momentan recht günstig am Himmel und lassen sich mit Feldstecher oder Teleskop auffinden. Insbesondere Uranus erscheint bei hoher Vergrößerung als kleines, türkisfarbenes Scheibchen. Oberflächendetails darf man sich bei diesem weit entfernten und ziemlich strukturlosen Gasplaneten nicht erwarten. Ansonsten ist der Himmel am Abend planetenleer.
In den Morgenstunden taucht unser roter Nachbarplanet Mars als orange leuchtender Punkt am Himmel auf. Er wird uns in diesem Jahr noch reichlich beschäftigen, da er der Erde besonders nah kommen und eine günstige Position am Himmel einnehmen wird. Mars wird insbesondere ab März am frühen Morgen recht ansehnlich von den beiden riesigen Gasplaneten Jupiter und Saturn verfolgt, die wie an einer Schnur aufgereiht Monat für Monat ihren besseren Sichtbarkeiten entgegen gehen.
Deep-Sky-Objekte
Als Deep-Sky bezeichnet man Objekte außerhalb unseres Sonnensystems, also beispielsweise Sternhaufen, Gasnebel oder Galaxien. Sie lassen sich am besten durch ein Teleskop betrachten. Hier sind einige der derzeit sichtbaren Deep-Sky-Objekte:
Orionnebel

M42

Diese riesige Wasserstoffwolke steht direkt unter den drei Gürtelsternen des markantesten Wintersternbildes und ist ein Hauptobjekt der meisten Führungen unter dem Wintersternenhimmel.

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Katzenaugennebel

NGC6543

Der Katzenaugennebel NGC6543 ist ein Planetarischer Nebel im Sternbild Drache. Schon 1786 konnte der Astronom Wilhelm Herschel dieses Objekt in seinem Teleskop erkennen.
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h/chi Persei

h/chi

Der Doppelsternhaufen h/chi im Sternbild Perseus ist bereits mit bloßem Auge als länglicher Lichtfleck am Himmel erkennbar. Im Fernglas sind die beiden Sternansammlungen deutlich zu sehen, und im Teleskop bietet sich ein imposanter Anblick.

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M81/82

M81M82

Die beiden Galaxien M81 (Bild) und M82 im Sternbild Großer Bär gehören zu den hellsten Galaxien am nördlichen Sternhimmel. Ein Grund für ihre relativ große Helligkeit ist ihre geringe Entfernung:
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Satelliten:
Von Zeit zu Zeit ist die Internationale Raumstation (ISS) am Himmel zu beobachten. Sie erscheint wie ein heller bis sehr heller ‚Stern‘, der sich etwa mit (scheinbar) Flugzeug-Geschwindigkeit über den Himmel bewegt.
Hier finden Sie die aktuellen Sichtbarkeiten der ISS für den Raum Passau:
Heavens above
(Bahndaten für die ISS-Beobachtung mittels Teleskop: Supplemental Two-Line Element Sets)

Sichtbarkeiten anderer Satelliten für den Raum Passau, Mondphasen usw. finden Sie hier:
Satelliten, Mondphasen,…

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